Software: Entangle

Ihr habt vielleicht auch mal gesehen, wie bei einem Shooting die geschossenen Fotos automatisch auf einem Rechner bzw. einem daran angeschlossenen Monitor angezeigt werden. Das Stichwort dazu ist Tethering.

Natürlich geht sowas nicht nur auf Windows- oder Apple-Systemen, auch unter Linux ist das kein Problem.
Die Basis für diese Funktion stellt gPhoto zur Verfügung, welche von anderen Programmen verwendet werden kann. Eines dieser Programme ist Entangle.
Es kann sowohl im Fenstermodus betrieben werden, mit der Möglichkeit Einstellungen an der Kamera vorzunehmen, als auch diese fernzusteuern. Auch LiveView ist möglich.


Genauso geht es aber auch im Präsentationsmodus, dann werden die gerade geschossenen Fotos in Vollbild angezeigt ohne andere Elemente.

Wofür ist das interessant:
Meistens zeigt man dem Model das ein oder andere Bild direkt auf dem (kleinen) Kamerabildschirm. Aber wenn man das gleich – ohne dabei mit der Kamera zum Model zu rennen – vom aktuellen Standpunkt aus auf einem größeren Bildschirm sehen kann, ist es doch gleich was anderes.
Stellt Euch mal die Situation vor, ihr habt einen eigentlich recht skeptischen Menschen vor der Kamera, der sich selber eigentlich nicht vor der Kamera wohl fühlt. Und Ihr schießt ein Bild, was ein WOW-Effekt beim „Model“ hervorruft. Das steigert den Spaß und die Motivation merklich.
Ich habe genau diesen Effekt erlebt. Das hat sich wirklich gelohnt. 🙂

Dank der Funktionalität von gPhoto kann Entangle mit der Kamera übrigens mittels WLAN oder USB-Kabel verbunden werden. Ich habe es bisher nur per USB ausprobiert (5 Meter Kabel), meine Vermutung wäre, dass WLAN da etwas langsamer ist, aber der Test steht noch aus. Wenn Ihr Erfahrungen damit gemacht habt, so lasst mich gerne daran teilhaben.

Entangle dürfte in den meisten Repositories drin sein. Probiert es ruhig mal aus. 🙂

Neue Kategorie: Fotografie und Linux

Den meisten ist bekannt, dass meine privaten Rechner mit Linux laufen, und da ich aus verschiedenen Gründen kein Windows mehr verwenden möchte und mir Apple/MacOS auch nicht willkommen ist, kann ich – selbst wenn ich wollte – nicht die weit verbreitete Software wie zum Beispiel Photoshop und Lightroom verwenden, da es die unter Linux nicht gibt. Dazu mag ich einfach OpenSource und ziehe diese halt, wenn möglich, vor.

Um anderen zu zeigen, dass auch unter Linux vieles gemacht werden kann, möchte ich ab und zu ein Programm vorstellen, welches nützlich in Zusammenhang mit der Fotografie ist. Manche davon gibt es auch für andere Betriebssysteme, manches ist Linux-only. 🙂

Bitte erwartet kein Benutzerhandbuch der jeweiligen Programme, die schreiben andere. 😉 Ich möchte aber einen Einblick geben, und ein paar dieser Programme vorstellen. Und ich hoffe, dass für den einen oder anderen was dabei ist.

Ein paar neue Bilder

Die Wohnung ist wieder etwas kühler, da kann man auch mal wieder den Rechner anwerfen ohne die Bude unnötig aufzuheizen. 🙂

Wozu ich das genutzt habe? Nun, ich habe endlich mal meine Bilder vom Fehmarn-Urlaub hochgeladen. Nichts großes, einfach ein paar Impressionen. Diese könnt Ihr hier ansehen. Und nein, der Kleiderbügel ist da nicht zu sehen. Habe irgendwie keinen wirklich guten Standort gefunden, der mir richtig gefallen hätte. Aber den gibt es ja auch schon oft genug zu sehen. 😉

Auch ein neues Bild von meinem Versuchkaninchen Manu ist dazu gekommen.

„Was fotografierst Du?“

Diese Frage wurde mir von jemandem gestellt, der mich nur beruflich von Telefonaten kennt, nachdem es bei ein wenig Smalltalk auf mein Hobby zu sprechen kam.
Ergänzend kam zu der Frage dann „Aktfotos?“.

Irgendwie finde ich es schon witzig, dass diese Art von Fotos die erste ist, die vielen in den Sinn kommt. Aber ist natürlich auch die „interessanteste“ aus der Sicht von vielen, denken die meisten dann wohl nur „Ah, nackte Haut.“.

Ich muss sagen, ich halte Aktfotografie für eine der anspruchsvollsten Arten in der Fotografie, denn zu schnell sieht es einfach schlecht aus, wie ein Schnappschuss, nicht ästhetisch. Das denke ich auch von anderen Arten der Fotografie, die Erotik ausstrahlen sollen. Allzu schnell wirkt es billig.
Ja, ich hab es schon mal versucht. Sie sind zwar nicht „billig“ geworden, aber so wirklich zufrieden bin ich damit auch noch nicht so wirklich. Da geht mein Respekt wirklich an die, die sowas einfach klasse umsetzen können. Vielleicht, ja, vielleicht gelingt mir das ja auch mal. 🙂

Bearbeitung der Fotos

Immer wieder liest man ja mal Aussagen wie „Ich mag lieber Bilder, die nicht bearbeitet wurden.“ oder „Ein bearbeitetes Foto ist kein Foto mehr!“.
Viele haben schon darüber geschrieben, hier nun auch meine (vereinfachte) Sicht der Dinge.

Zuerst: Was ist denn eine Bearbeitung? Wo fängt sie an, wo hört sie auf?
So manch einer wird jetzt sagen, dass das doch klar sei. Das ist es aber nicht.

Eine digitale Kamera nimmt nämlich kein Bild auf, sondern speichert die Daten des Sensors. Und das ist kein Bild, sondern besteht nur aus lauter Einsen und Nullen, die Dir zum Beispiel kein Browser anzeigen könnte, da es eben kein Bildformat ist. Damit man was sehen kann, muss aus diesen Daten ein Bild „entwickelt“ werden. Das geschieht dann nach bestimmten Vorgaben des Kameraherstellers. Wer schon ein Mal ein sogenanntes RAW in einer entsprechenden Software angesehen hat, wird bemerkt haben, dass es zum Beispiel sehr flau wirkt. Also werden dort Kontraste, Helligkeit, Farben usw. angepasst, dass es gut anzusehen ist. Daraus wird dann zum Beispiel ein jpg, png oder ähnliches erzeugt. Das ist dann ein Bild, was man sich zum Beispiel mit Browser in einer Galerie im Netz betrachten kann.
Und daher ist es jetzt schon bearbeitet.

Ja, jetzt könnte man ja sagen, das wäre dann ja aber das natürliche Bild. Nein, kann man nicht, denn es ist nur die Interpretation der Rohdaten nach vorgegebenen Einstellungen. Und das hängt eben von den Kameraeinstellungen ab, wie es (intern) passiert.

Wenn ich also nun meine Bilder selbst „entwickle“, dann ist es einfach so, dass ich das nicht einem beim Kamerahersteller arbeitenden überlassen, sondern das selber machen möchte, und zwar nach meinem Empfinden und meinem Geschmack. Manchmal sogar je nach Laune anders.

Ich vermute aber mal, dass die meisten nicht das Bearbeiten meinen, sondern das verfälschen. Allerdings kann ich die Aussage dann immer noch nicht verstehen oder nachvollziehen.
Denn manchmal sind einfach Dinge auf dem Bild zu sehen, die extrem stören. Sei es nun ein Flugzeug was gerade Kondensstreifen hinterlassen hat, obwohl man bei einem Shooting eine mittelalterliche Szene im Kopf hatte oder ein Pickel, der bei der Person vor der Kamera gerade unvorteilhaft auf der Nase prangt. Die retuschiert man recht einfach, und fertig.
Ich meine hiermit jetzt nicht das, was man von der Werbebranche kennt, wo Models 10 Kilo leichter aussehen. Aber selbst das ist immer noch ein Foto und Geschmackssache. In diesem Fall der Geschmack des Auftraggebers oder der Masse, die sich die Werbung ansieht.

Dann gibt es noch die Compositings. Also ein Bild, welches Elemente aus verschiedenen Fotos beinhaltet. Manche Werke sieht man so natura gar nicht, aber Kreativität will sich eben so auslassen.

Fotos sind ein Ausdruck der Kreativität, und wenn ich ein Foto verfälschend bearbeite, ist da immer noch ein Foto. Sonst hätte ich es ja auch zeichnen können (Das können andere sehr viel besser). Also entscheidet doch nicht danach, ob ein Foto so geblieben ist, wie es aus der Kamera kam (was eh nicht jeder unterscheiden kann), sondern erfreut Euch an dem Bild, was Euch gezeigt wird. Und wenn es euch nicht gefällt (da haben wir das wieder mit der Geschmackssache) dann ist das völlig in Ordnung, wir sind alle verschieden. Ich finde Bilder von Blumen auch auf Dauer langweilig, und es gibt sehr viele davon im Netz.

Okay, ich glaube, mein Standpunkt ist damit relativ deutlich geworden, und vielleicht wurde es auch nicht von allen bis zum Ende gelesen, aber es war mir so, das zu schreiben. 🙂