Das ominöse Blaukehlchen!

Warum ominös? Nun ja, wenn man immer sieht oder hört, wie andere Fotos von einem Blaukehlchen machen, man selber aber trotz Stunden in entsprechenden Gebieten nie welche wahrnimmt, dann ist das so ähnlich wie mit Schrödingers Katze. In diesem Fall gibt es das Blaukehlchen, aber gleichzeitig auch nicht. 😀

Letztes Wochenende, Samstag. Ich war wie immer, wenn ich Zeit zum Losgehen habe, am Überlegen „Wo gehst du hin?“.
Die Wahl viel auf das Ochsenmoor am Dümmer. Mittlerweile nenne ich es auch das Vogelsafari-Moor. 😉 (Wer es kennt, weiß, wieso)
Es war etwas sonnig, zumindest die nächsten Stunden sollte es auch so bleiben, später zum Abend hin dann Regen. Aber dann bin ich ja nicht mehr da.

Zuerst bin ich dann auf die Safari-Strecke bis zum Parkplatz. Es war durchaus einiges los, wahrgenommen habe ich vor allem Uferschnepfen (wie üblich auf den Zaunpfählen), Graugänse, Kiebitze, Blässhühner.

Ein „paar“ Fotografen waren natürlich auch da. Normal. 😀
Ab und an Radfahrer, aber von alldem lassen sich die Vögel dort nicht stören.
Was dort allerdings war: ziemlich starker Wind, der ein Stillhalten mit langer Brennweite ziemlich schwierig gemacht hat. Aber dennoch hat es funktioniert zumindest das ein oder andere Foto zu machen, sogar ein Blässhuhn aus recht geringer Nähe, dass es sich gerade auf dem Nest gemütlich gemacht hat.
Sehr nah am Weg das Nest aufgebaut, wo immer Verkehr ist, aber dennoch natürlich etwas Abstand gehalten. Sieht es nicht glücklich aus? (Bild gecroppt)

Insgesamt war es mit mit dem heftigen Wind doch etwas zu ungemütlich zum Fotografieren, also fuhr ich zum Beobachtungsturm am Südufer des Dümmers. Dort auf den nahegelegenen Parkplatz, um dann Richtung Turm am Schilfgürtel entlangzugehen.
Immer wieder geschaut, was zu sehen ist, und auch die Ohren aufgesperrt. Letzteres ist mit Tinitus nicht so einfach, daher nehme ich immer die Merlin-App zur Hilfe. Die hört mehr und sagt mir auch noch, was sie hört. 🙂
Nicht weit gegangen, kam ein mir unbekannter Gesang eines Vogels. Was war das? Merlin-App!
Gewartet bis es wieder kam, und: Blaukehlchen!

Okay, so klingt es also. Dann hieß es beobachten. Und weiter beobachten. Es schien irgendwo im Schilf zu sein, aber nichts zu sehen.
Nach vielleicht einer halben Stunde Stillstehen entschied ich mich weiter zugehen, Langsam und immer Augen und Ohren offen, aber weiter.
Als ich am Beobachtungsturm ankam, waren dort auch andere Fotografen mit langen Teleobjektiven.
Einer fragte mich dann, ob ich das Blaukehlchen erwischt habe.
Oh weia, war das so offensichtlich, was ich da bemerkt hatte? 😀 Aber leider war ja nichts.

Dann zwischendurch ein Fitis recht gut erwischt. Nimmt man gerne. 🙂

Es ging noch ziemlich genau 130 Meter weiter (Ich habe Maps gefragt, wie weit das ist :D) und dann hörte ich wieder den Gesang! Blick auf das Schilf, und da saß ein Vogel in einem kleinen Baum. Ist es das Blaukehlchen?
Mit bloßem Auge konnte ich es nicht erkennen, also Foto. Erstmal ein Schuss vorab zum Festhalten, aber leider noch nicht auf langer Brennweite. Also auf 800mm und Lupe im Display: Ja! Mein erstes fotografiertes Blaukehlchen. Es gibt sie wirklich. 😀 😀

Natürlich, es geht noch besser, aber hey: Ich habe es erwischt. Und man muss sich ja noch steigern können.

Ich wartete noch einige Zeit, ob es wiederkommt und sich vielleicht näher an mich ransetzt, aber das war nicht der Fall.
Dafür konnte ich dann noch Rohrweihen beobachten, am auffälligsten sehen hier die männlichen aus.

Es war mittlerweile gegen 17 Uhr, und da passiert immer etwas in der Vogelwelt: Viele machen Feierabend.
Zumindest erscheint mir da so, insbesondere bei den Rohrweihen konnte ich das schon häufig feststellen. Offensichtlich haben die auch Uhren. 😉

Insgesamt war es also fotografisch ein sehr schöner Tag mit vielen Fotos und einer Premiere. Wenn das mal nichts ist!

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